La Digue – Du hast uns verzaubert

La Digue… hört sich doch schon wahnsinnig wohlklingend an, oder? Und es ist nicht nur das, was der Insel diesen einzigartigen Charme verleiht, sondern sie hat einfach so, so viel Paradies auf einmal. Erstmal die Fakten. La Digue ist die Kleinste, der 3 bewohnten Hauptinseln, der Seychellen. Auf der nur 9,81 Quadratkilometer großen Insel, leben 2200 Menschen, die Diguois. Touristenziel ist selbstverständlich einer der berühmtesten und schönsten Strände der Welt, der Anse Source d’Argent. La Digue ist von Mahé etwa 50 km entfernt und von Praslin 6 km.

Einen Tag und eine Nacht verbrachten wir auf der Insel. Unmöglich? Jein. Die echten seychellen-Liebhaber werden sich nun fragen, wie dies möglich ist, aber wir hatten uns vorab für die anderen beiden Inseln Mahé und Praslin entschieden, weshalb für La Digue, zumindest auf dieser Reise, nicht so viel -zeit übrig blieb. Ein Tag und eine Nacht, sind absolut nicht ausreichend, um völlig in diesen einzigartigen Flair einzutauchen, aber um die wichtigsten Strände und Sehenswürdigkeiten zu erkunden und einen Einblick in das chillige Inselleben zu erhaschen, reicht es, immer im Hinblick auf die Tatsache, dass La Digue gar nicht geplant war.

Auf einer Insel, die in der Länge gerade einmal 5 km misst und in der Breite lediglich 3 km, ist ein Auto oder Motorroller mal so gar nicht notwendig. Es wird geradelt. Ein paar Autos gibt es mittlerweile auch hier aber dabei handelt sich maximal um Personenbeförderung der Luxushotels, ein paar kleinere Baufahrzeuge oder ganz winzige Autos, der Einheimischen, die sich aber sonst auch überwiegend mit Fahrrädern fortbewegen. Straßenlärm oder dergleichen gibt es aber nicht, denn so wirklich Autofahren kann man das dort auch nicht nennen. Wir sind, nach der ziemlich turbulenten etwa 15 minütigen Überfahrt, von Praslin aus, auf La Digue angekommen und ich war froh, dass wir nicht von Mahé nach La Digue die Fähre genommen haben, sondern uns für die Variante, Flug nach Praslin und von dort aus mit der Fähre nach La Digue, entschieden haben. Kaum raus, aus dem sicheren Hafen Praslins, ging die Luzie nämlich richtig ab;-) Die 1. Welle schien, als wolle sie unser kleines Boot, das übrigens gar nicht mal so klein war, verschlingen und mit ihr ging ein Raunen durch die Menge und einige Passagiere schrien kurz auf. Ja, denn wenn man erstmal oben ist, auf der Welle, muss man natürlich auch wieder runter. Nun gut, es war dann aber ganz witzig zu sehen, wie sich bei einigen die Gesichtsfarbe von rötlich-braun-verbrannt, in kreidebleich verwandelte. Ein Blick nach hinten, um zu checken, wie die Hinterleute aussehen, um gegebenenfalls den Platz zu wechseln. Aber alles super. Denen ging’s gut und wir mussten keine verdauten Mahlzeiten, im Nacken, fürchten:-) Ich war ziemlich cool, muss ich sagen, dafür dass ich eigentlich immer dachte, ich wäre hochgradig gefährdet an Seekrankheit zu leiden. Naja, wurde ich eben eines besseren belehrt und war trotzdem froh nicht 60 Minuten über den Indischen Ozean zu schippern, sondern nur 15.

 

Wenn Du nun wirklich nur diesen einen Tag hast, dann sind dies unsere Highlights und Tipps

 

 1. Nimm‘ die erste Fähre

Schöne Fotos benötigen schönes Licht, deshalb solltest Du wirklich so früh wie möglich auf der Insel ankommen, da dann die Sonne noch nicht so hoch steht und das Licht die Natur perfekt in Szene setzt. Wie schon mal erwähnt, waren Basti und ich unabhängig voneinander auf den Seychellen. Er hat die perfekten Shots hinbekommen, wohingegen ich leider Pech hatte, mit dem Wetter und der Tag sehr wolkenverhangen war. Dies ist dann eben das Übel, wenn man sich für diese Variante entscheidet. Aber ein paar schöne Bilder konnten wir zusammenwerfen, die Du Dir am Ende des Beitrages ansehen kannst. Um menschenleere Strände zu bewundern, ist es ebenfalls ratsam, früh am Morgen anzukommen. Bei der Anse Source d’Argent ist das Gold wert, denn die meisten machen sich erst gegen 11 Uhr morgens auf den Weg zu diesem Traumstrand, der übrigens als der meistfotografierte Strand der Welt gilt.

2. Miete Dir ein Fahrrad

Auf La Digue fährt jeder Fahrrad. Egal ob Seychellois oder Urlauber. Es ist eines der besonderen Dinge, hier auf der Insel. Du kannst Dich so super fortbewegen und die Insel auf eigene Faust erkunden. Meistens wirst Du direkt am Pier angesprochen, ob Du eines mieten möchtest. Das ist quasi wie ein Tuk Tuk oder Taxi, in Südostasien. Die Locals warten dort ja auch auf Kundschaft, vor den Flughäfen. Hier bekommst Du eben ein Radl.

Wenn man also aus der Fähre aussteigt, geradeaus in Richtung La Passe läuft, dann kommt direkt vor Kopf der erste Fahrradverleih. An dem mit Palmen bedeckten Haus des Tourismusverbands kann man sich ein passendes Radl besorgen. Alternativ läuft man einfach weiter und hat direkt die nächste Möglichkeit – oder aber man biegt rechts ab in Richtung Inselsüden und findet dort mit einen weiteren Verleih. Die Preise sind übrigens bei allen Fahrradverleihern gleich (10 Euro pro Tag).

 

3. L’Union Estate & Anse Source d’Argent

Unser erstes Ziel war der Park “L’Union Estate” und die wunderschöne Anse Source d’Argent. Für den Park ist ein Eintritt von 115 Rupien (ca. 7 Euro) zu zahlen. Dann kann man die große Anlage mit der Kopramühle, der Vanille-Plantage, den Riesenschildkröten, den unglaublich vielen Kokosnusspalmen und dem Traumstrand, der Anse Source d’Argent, besichtigen. Auch wenn alle Strände der Seychellen öffentlich sind, so muss man, um zu diesem Strand zu gelangen, das Gelände des Parks überqueren.

Tipp: Du kannst dort frisch abgefülltes Kokosnuss-Öl, Vanillestangen oder sonstige Mitbringsel, in einem der beiden Souvenir-Shops kaufen. Wer noch nie ein typisch kreolisches Haus gesehen hat, der sollte sich das große Holzhaus mit der Veranda und dem Palmendach mal genauer anschauen. Auch die kleine Kunstgalerie im Untergeschoss ist einen Abstecher wert. Neben vielen Kunstwerken und Fotos sind hier auch ein paar ausgewählte Souvenirs erhältlich.

Der Parkeintritt lohnt sich übrigens allemal. Wer La Digue besucht, der sollte auch unbedingt den L’Union Estate besichtigen. Es war einfach traumhaft, mit dem Fahrrad durch die vielen Kokosnusspalmen zu fahren. Für mich etwas, was ich nie vergesse, da ich Palmen so sehr liebe. Der Park gilt zudem als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Seychellen, mit unglaublich viel Geschichte.

Es ging weiter zum weltberühmten Strand, der Anse Source d’Argent, für den man ebenfalls den L’Union Estate Park durchqueren muss. Wer nicht durch den L’Union Estate gehen möchte, weil er diesen schon besichtigt hat, der kann bei Ebbe am Helikopter Platz durch das Meer gehen.

 

4. Grand Anse, Petite Anse & Anse Cocos – Trail & Beach

Dann war es Zeit die drei wilden Strände Grand Anse, Petite Anse & Anse Coco, an der Südostküste La Digues zu besuchen. Es gibt nur eine einzige Straße in Richtung Südosten, in Richtung Grand Anse. Schon alleine der Weg und diesen mit dem Fahrrad zurückzulegen, ist ein Erlebnis, denn er führt durch ein dichtes Grün aus Palmen, Takamaka-Bäumen, Bananen-Stauden und sonstigen dichten Dschungelpflanzen. Ein Genuss für die Augen eines jeden, der saftiges Grün genau so liebt wie ich. Für die Strecke, die am Ende etwas bergauf geht, benötigt man mit dem Fahrrad vom Hafen aus etwa 30 Minuten. Auf dem Weg gibt es drei kleine Bars, die frisch gepresste Säfte und kleine Snacks wie Sandwiches etc. anbieten.

An der Grand Anse angekommen, mussten wir das Fahrrad abstellen, denn von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Du kannst hier verweilen oder aber weiter zur Petite Anse laufen. Dazu läufst Du, den Blick auf’s Meer gerichtet, links den Strand entlang, in nördliche Richtung und folgst am Ende dem kleinen Trampelpfad. Dieser führt an einem Tümpel vorbei, bevor er schließlich über die Felsen geht. An der Petite Anse gibt es nicht viele Schattenplätze, aber morgens ist die Chance größer noch einen zu ergattern. Wenn Du möchtest, kann nun an der Petite Anse entspannen oder weiter zur Anse Cocos laufen. Die Anse Cocos ist von der Petite Anse aus zu Fuß zu erreichen. Am Ende der Anse Cocos gibt es einen natürlichen Pool, der durch Granitfelsen vor dem offenen Meer schützt und ganzjährig zum Baden geeignet ist. Herrlich!

 

Achtung! Gefährliche Strömungen

Die drei Strände Grand Anse, Petite Anse & Anse Cocos sind besonders wild, da sie kein vorgelagertes Riff haben und somit keinen Schutz vor dem offenen Meer bieten. Hier solltest Du die aufgestellten Schilder beachten, die vor den teilweise sehr starken Strömungen warnen. Das gilt insbesondere während des Südostmonsuns von Mai bis Oktober, dann ist es nicht ratsam das Meer hier zu betreten und schwimmen gehen. Es kann sehr gefährliche Strömungen geben und jährlich ertrinken Urlauber, die diese Warnungen nicht beachten.

5. Der Norden von La Digue

Am zweiten Tag führte uns unser Weg mit dem Fahrrad wieder in Richtung Hafen und dann weiter in den Norden von La Digue. Es folgen einige wunderschöne Strände, wie die Anse Severe, die Anse Patates (beide schön zum Schnorcheln), die Anse Gaulettes, die Anse Grosse Roche, die Anse Banane und die Anse Fourmis. Die Straße führt am Meer entlang, bis sie schließlich an der Anse Fourmis endet. Es ist übrigens nicht möglich, die Insel mit dem Fahrrad komplett zu umrunden. Ein unglaubliches Erlebnis war es, die Riesenschildkröte, die dort genüsslich am Wegesrand etwas Grünzeug fraß, zu bewundern. Einfach in der freien Natur. Nicht in Gefangenschaft lebend. Ein wirklich atemberaubendes Wesen.

Tipp: An der Anse Banane kannst Du Dir einen frisch gepressten Saft kaufen. Unbedingt vorbeischauen!

 

La Digue Restaurant Tipps

Wenn Du auf der Suche nach einem Restaurant für das Mittagessen bist, hier ein paar Empfehlungen für den Hunger zwischendurch:

 

  • Gala Takeaway – gute & günstige kreolische Gerichte (in der Nähe von Zerof auf dem Weg zur Grand Anse)
  • Bon Lanmer Takeaway – gute & günstige kreolische Gerichte (direkt in La Passe)
  • Tante Mimi – Snacks & Kleinigkeiten auf dem Weg zur Grand Anse
  • Chez Jules – allerlei Seafood-Speisen und Snacks (Anse Banane im Norden von La Digue)
  • Fish Trap Restaurant – Gerichte für jeden Geschmack (direkt am Hafen in La Passe)
  • Chez Marston – verschiedene Gerichte (Anse La Reunion)
  • Lanbousier – leckere kreolische Gerichte (an der Anse Source d’Argent)

 

Unsere Unterkunft auf La Digue

 

Wir hatten ein kleines Chalet, im Fleur de Lys. Mmhhhh..wieder so ein wohlklingender Name und was soll ich sagen, diese kleine, privat geführte Anlage ist eine Perle. Kein TV. Wlan gegen Gebühr. Einfach nur Eins sein mit der Insel. Es war so herrlich dort und abends ist es noch viel magischer. Im Nachbarchalet waren zwei junge Backpacker-Mädels, die im gedämmten Terrassenlicht saßen, die Beine hoch gelegt hatten und ihre Bücher verschlangen. Richtig entspannte Atmosphäre. Kurz rüber geschaut, gegrüßt und „Hey, good evening“ gerufen, haben auch wir es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht.

Das Frühstück wurde morgens, auf der Terrasse, serviert. Es lief so, dass wir morgens die Türen öffnet und ein paar Minuten später kamen Kaffee, Obst, Eierspeisen und Toast. UND…..Hühner. Die essen übrigens alles. Sogar eine kleine Schale mit Butter haben die kleinen Monster leer gepickt. Also am besten nicht unbeobachtet lassen. Aber auch andere Vögel kamen. Zum Beispiel der Madagaskarweber, den ich ja so unglaublich hübsch finde, mit seinem orangefarbenen Federkleid und überhaupt war es ein Gezwitscher, welches paradiesischer einfach nicht sein konnte. Ein paar Regentropfen fielen und machten das Ganze noch schöner. Die warme, feuchte Luft ummantelte uns, während wir entspannt, auf unserer Terrasse gefrühstückt haben.

 

 

 

 

Anse Source d'Argent

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