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La Digue – Du hast mich verzaubert – Seychellen Teil 4

La Digue… hört sich doch schon wahnsinnig wohlklingend an, oder? Und es ist nicht nur das, was der Insel diesen einzigartigen Charme verleiht, sondern sie hat einfach so, so viel Paradies auf einmal. Erstmal die Fakten. La Digue ist die Kleinste, der 3 bewohnten Hauptinseln, der Seychellen. Auf der, sage und schreibe, nur 9,81 Quadratkilometer großen Insel, leben 2200 Menschen, die Diguois. Touristenziel ist selbstverständlich einer der berühmtesten und schönsten Strände der Welt, der Anse Source d’Argent. Er ist magisch, ein Paradies, ein Zauberwald. Er ist einfach perfekt. Ich zeige ihn dir natürlich später noch. La Digue ist von Mahé etwa 50 km entfernt und von Praslin 6 km.

Auf einer Insel, die in der Länge gerade mal 5 km misst und in der Breite lediglich 3 km, ist ein Auto oder Motorroller mal so gar nicht notwendig. Es wird geradelt. Ein paar Autos gibt es mittlerweile auch hier aber dabei handelt sich maximal um Personenbeförderung der Luxushotels, ein paar kleinere Baufahrzeuge oder ganz winzige Autos, der Einheimischen, die sich aber sonst auch überwiegend mit Fahrrädern fortbewegen. Straßenlärm oder dergleichen gibt es aber nicht, denn so wirklich Autofahren kann man das dort auch nicht nennen. Wir sind, nach der ziemlich turbulenten Überfahrt, von Praslin aus, auf La Digue angekommen und ich war froh, dass wir nicht von Mahé nach La Digue die Fähre genommen haben, sondern uns für die Variante, Flug nach Praslin und von dort aus erst Fähre nach La Digue, entschieden haben. Kaum raus, aus dem sicheren Hafen Praslins, ging die Luzie nämlich richtig ab;-) Die 1. Welle schien, als wolle sie unser kleines Boot, das übrigens gar nicht mal so klein war, verschlingen und mit ihr ging ein Raunen durch die Menge und einige Passagiere schrien kurz auf. Ja, denn wenn man erstmal oben ist, auf der Welle, muss man natürlich auch wieder runter. Nun gut, es war dann aber ganz witzig zu sehen, wie sich bei einigen die Gesichtsfarbe von rötlich-braun-verbrannt, in kreidebleich verwandelte. Ein Blick nach hinten, um zu checken, wie die Hinterleute aussehen, um gegebenenfalls den Platz zu wechseln. Aber alles super. Denen ging’s gut und wir mussten keine verdauten Mahlzeiten, im Nacken, fürchten:-) Ich war ziemlich cool, muss ich sagen, dafür dass ich eigentlich immer dachte, ich wäre hochgradig gefährdet an Seekrankheit zu leiden. Naja, wurde ich eben eines besseren belehrt und war trotzdem froh nicht 60 Minuten über den Indischen Ozean zu schippern, sondern nur 15 Minuten.

Als wir angekommen sind, liefen wir erstmal den Pier entlang und haben uns einen kurzen Eindruck verschafft. Es hat nicht lange gedauert, bis wir dann unsere Fahrräder gemietet haben. Die Rucksäcke abgeschnallt, rein in’s Körbchen und los. Wir fragten nach unserer Unterkunft, einem kleinen Chalet, im Fleur de Lys. Mmhhhh..wieder so ein wohlklingender Name und was soll ich sagen, diese kleine, privat geführte Anlage ist eine Perle. Kein TV. Mega. Wlan gegen Gebühr. Wir waren zu geizig es zu buchen und so waren wir Eins mit der Insel. Wir hatten uns, die Natur und die Tiere. Es war so herrlich dort und abends ist es noch viel magischer. Im Nachbarchalet waren zwei junge Backpacker-Mädels, die im gedämmten Terrassenlicht saßen, die Beine hoch gelegt hatten und ihre Bücher verschlangen. Richtig entspannte Atmosphäre. Kurz rüber geschaut, gegrüßt und „Hey, good evening“ gerufen, haben auch wir es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht.

Unser wunderschönes Chalet, im Fleur de Lys

Das Frühstück wurde morgens, auf der Terrasse, serviert. Das ist ja dieser „kleine“ Luxus, den wir uns eigentlich fast immer gönnen, dass wir Unterkünfte mit Frühstück buchen und hier war es eben so, dass man morgens die Türen öffnet und ein paar Minuten später kommen Kaffee, Obst, Eierspeisen und Toast. UND…..Hühner. Die essen übrigens alles. Sogar eine kleine Schale mit Butter haben die kleinen Monster leer gepickt. Muss man wissen;-)

Unser super leckeres Frühstück und rechts im Bild sieht man schon den ersten, uneingeladenen Gast, den Hahn

Unser super leckeres Frühstück und rechts im Bild sieht man schon den ersten, uneingeladenen Gast, den Hahn. Er tarnt sich vor der Pflanze.

Aber auch andere Vögel kamen. Zum Beispiel der Madagaskarweber, den ich ja so unglaublich hübsch finde und überhaupt war es ein Gezwitscher, welches paradiesischer einfach nicht sein konnte. Ein paar Regentropfen fielen und machten das Ganze noch schöner. Die warme, feuchte Luft ummantelte uns, während wir entspannt, auf unserer Terrasse gefrühstückt haben.

Der Madagskarweber, mit dem wir unser Frühstück teilten. Er bekam allerdings Essen auf Zuteilung und war nicht so frech wie die Hühner.

Der Madagskarweber, mit dem wir unser Frühstück teilten. Er bekam allerdings Essen auf Zuteilung und war nicht so frech wie die Hühner.

Ja, so haben wir dort gewohnt. Aber wie überall ist es nicht das Hotel oder die Unterkunft, die uns interessieren, sondern wir wollen die Gegend erkunden, Land und Leute kennen lernen. Also rauf auf die Räder und erstmal losfahren. Ohne Ziel. Auf einer so kleinen Insel geht man ja nicht verloren. Ein paar kleine Restaurants gab es und wir mussten uns erstmal stärken. Ganz „landestypisch“ gab es Pizza. Das musste sein. Danach ging es durch die üppig, grün, bewaldeten Hügel und wir sind gemütlich über die Insel gedüst. Angekommen sind wir dann am Grand Anse. Ein überwältigender Strand. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt, wie wir uns das gewünscht haben. Es regnete, es stürmte und der Wellengang war enorm. So saßen wir einfach nur da, schauten auf’s Meer, genossen mal wieder die feucht-warme Luft und ließen uns vom Regen berieseln. Vorteil, bei dem schlechten Wetter, ist, dass man so gut wie überall seine Ruhe hat und fast keine Menschen trifft.

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Grand Anse, bei leider nicht ganz so schönem Wetter

Anse La Reunion. Durch die dunklen Wolken, sah der Strand irgendwie noch schöner aus, da die Farben so toll zur Geltung kamen, oder?

Anse la Reunion

Anse La Reunion

Eine Vanille-Plantage. Das sah so toll aus

Ja und dann ging es auf, zum Anse Source d’Argent. Auch hier hatten wir leider nicht das allerbeste Wetter aber hey, egal, wir sind auf La Digue, an einem der berühmtesten und schönsten Strände der Welt. Die Felsformationen und die Ruhe, die erstaunlicherweise, herrschte, waren fesselnd. Hinter jeder Ecke fand man etwas neues Beeindruckendes.

 

Anse Source d’Argent

Anse Source d’Argent

Es gab überall diese kleinen Buchten

Ich hatte irgendwie gedacht, dass der Anse Source d’Argent eben ein Strand ist, mit schönen Felsen aber was ich nicht wusste war, dass man wie durch ein Labyrinth läuft und sich wirklich hinter jedem Stein und Fels etwas Aufregendes befand. Ich war benebelt von dieser Naturschönheit und trotz des schlechten Wetters war es einzigartig anzusehen.

Anse Source d’Argent

Irgendwann gelangt man dann zu einer super süßen, entspannten, charmanten Strandbar. Es gibt frische Früchte, Fruchtsäfte und Kokosnüsse en masse. Hach, einfach toll. So natürlich und wunderschön eingebettet, in die Natur.

Beachbar, am Anse Source d’Argent

Die tolle Tischdeko, in der Beachbar

Es gab alle denkbaren Möglichkeiten um zu chillen, zu schlafen, den Ausblick zu genießen oder sonst etwas zu machen. Hängematten, Schaukeln, Bänke, Tische. Alles ist hier selbst und aus den vorhandenen Mitteln gebaut. Ein MUSS diese Beachbar zu besuchen

Da die Hängematten belegt waren, hat Philipp sich die Schaukel klar gemacht;-)

Beachbar

Der Anse Source d’Argent. Er hält was er verspricht und man muss ihn gesehen haben

Einen letzten Blick geworfen und die Atmosphäre aufgesaugt und genossen, bevor wir zurück in’s Fleur de Lys gefahren sind

Das war eine aufregende Zeit, auf La Digue. An unserem letzten Tag, auf der Insel, sind wir noch ein bisschen Fahrrad gefahren um die Zeit zu überbrücken, bis die Fähre ablegt. Was soll ich sagen? Die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Wir radelten also mal wieder drauf los, haben hier und da angehalten und irgendwann haben wir, mitten auf dem Weg, eine riesige Schildkröte getroffen. Getroffen? Kann man das so sagen? 😉 Meine Güte, war das eine Begegnung. Ich habe noch nie eine so große Schildkröte, in der freien Natur gesehen und war so fasziniert, von diesem Tier. Einfach wahnsinnig einmalig, so etwas zu erleben. Wir haben ihr ein paar Blätter hingelegt, die sie genüsslich gefuttert hat und wollten kaum weiter fahren. Aber leider hatten wir keine Wahl. Wir hatten nicht mehr viel Zeit und wollten noch sehen, wohin der Weg uns führt. So ließen wir dieses wunderschöne Tier zurück und sind weiter gefahren.

Diese Dimension ist einfach nur der Wahnsinn. Ein wunderschönes Tier

Diese Dimension ist einfach nur der Wahnsinn. Ein wunderschönes Tier

Am Nachmittag sind wir dann zurück nach Praslin gefahren und von dort aus rüber nach Mahé geflogen. Und so ging auch dieses Abenteuer zu Ende.

Ein toller Ausblick, aus der kleinen Propellermaschine

Ein toller Ausblick, aus der kleinen Propellermaschine

Viel Platz war nicht, in der kleinen Maschine aber es war abenteuerlich und der Blick, bei der Landung, durch die Cockpit-Scheibe war auch ziemlich genial

Mit der Reise zurück endete dann auch leider schon bald unsere Seychellen-Reise. Es ist auf jeden Fall ein wahres Paradies und ich wünsche jedem, von ganzem Herzen, dass er einmal dort hin kommt und diese wunderschönen Inseln erleben kann. Jede Insel ist so anders und wir haben ja nun wirklich nur die drei bewohnten Inseln gesehen. Trotzdem bin ich überwältigt, von dieser Schönheit und der einzigartigen Natur, den wundervollen Menschen und der Herzlichkeit, die einem überall entgegen schlägt. Ich wünsche mir, dass ihr einen kleinen Einblick bekommen habt, was man machen kann, soll und MUSS. Wir auf jeden Fall haben jede Sekunde genossen und werden irgendwann zurückkehren, auf die Seychellen, um uns alle anderen Inseln anzuschauen. Schön, dass ihr dabei seid und mit uns gemeinsam Sand zwischen den Zehen habt…

Wir sagen DANKE und freuen uns, euch dabei zu haben, auf unseren Abenteuern...

Wir sagen DANKE und freuen uns, euch dabei zu haben, auf unseren Abenteuern…