Über Pauschalurlaub, dem Mensch als Gewohnheitstier und einer traumhaft schönen Natur

Wunderschöner Ort, in der Türkei

Ich möchte euch in diesem Beitrag aufzeigen, dass eine Pauschalreise manchmal fast genau so aufregend sein kann, wie eine Individualreise und dass es sich auf jeden Fall lohnt, beziehungsweise ein MUSS ist, die Hotelanlage auch mal zu verlassen. Außerdem geht es um „Wiederkommer“ und ihr sollt sehen, dass eine beliebte Urlaubsregion, der deutschen Pauschal-Urlauber, mehr zu bieten hat als man denkt. Es gibt sicherlich viele Menschen, die gerne einen renommierten Reiseveranstalter hinter sich stehen haben möchten, auf ihrer Reise und die sich nicht zutrauen Flug, Hotel und Transfer einzeln zu buchen oder die eben einfach das Rundum-Sorglos-Paket haben möchten. Aber auch die, die schlichtweg keine Lust haben alles selber und individuell zusammen zu stellen, sollten hier mal einen Blick riskieren und sehen, dass man weitaus mehr aus seinem Urlaub holen kann, als Strand, Essen und Schlendern auf der Promenade. Denn ist es nicht so, dass man erzählen möchte, von dem Land, in dem man Urlaub gemacht hat und es aber irgendwann nichts mehr zu erzählen gibt, wenn man vielleicht immer und immer wieder im selben Land und im selben Hotel ist? Aber dieses Gefühl „nach Hause zu kommen“, an einen Ort, an dem man schon mehrmals war und wo einen der Kellner schon mit Namen begrüßt, ist unumstritten doch auch ein schönes Gefühl, oder? Viele hatten das bestimmt schon einmal, dass man sich so wohl gefühlt und sich für seinen nächsten Jahresurlaub bereits wieder eingebucht hat. Und dann noch ein weiteres mal. Ob das nun tatsächlich Sinn macht, auf die Kürze der Zeit betrachtet, die man regulär für Reisen einplanen kann, sei mal dahin gestellt. Aber Fakt ist, wir Menschen sind Gewohnheitstiere und wenn wir mit einem Ort etwas Besonderes verbinden, möchten wir wieder dorthin zurück. Wir entwickeln dann auch ein Gefühl, das sogenannte „Fernweh“. Das kennt doch bestimmt auch jeder, oder? Und dabei ist es egal ob es sich um Bali, Mexiko, Mallorca oder Hamburg handelt. Wenn wir einmal verreist sind und eine schöne Zeit verbringen konnten, erinnern wir uns gerne zurück und wünschen uns, in vielen Situationen, an diesen Ort zurück.

Wir vergleichen gerne. Alles und immer!

Aber jeder, der ein wiederholtes mal, im gleichen Land, im selben Ort und im selben Hotel war, hat irgendwann nichts mehr zu erzählen und kann nur noch Vergleiche, zu den Vorjahren, ziehen. Das Buffet war letztes Jahr besser. Der Kellner war dieses mal freundlicher. Das Zimmer vor 4 Jahren hatte den besseren Ausblick usw. Aber ist das das Ziel einer Reise, für die wir das ganze Jahr über sparen und auf die wir uns genau so lange freuen? Und bleiben uns die Erlebnisse dann wirklich noch in Erinnerung? Nein, leider nicht mehr. Also muss endlich etwas geändert werden.

Es muss nicht immer das andere Ende der Welt sein.

Nehmen wir mal ein ganz klassisches Beispiel. Und dabei ist es jetzt erstmal total irrelevant ob man dieses Land zum wiederholten mal bereist oder zum ersten mal. Es geht um ein Land, das bekannt ist für seine unzähligen Bettenburgen und All-Inklusive Tempel. Und die meisten, die dort gewesen sind, haben entweder alle das gleiche gesehen oder gar nichts weil sie sich wirklich nicht aus der Urlaubsregion und ihrem Hotel raus bewegt haben. Ich möchte diese Art des Reisens aber bitte nicht verurteilen sondern möchte lediglich denen, die bisher so Urlaub gemacht und sich nicht getraut haben etwas zu ändern, einen Anreiz geben doch mal was anders zu machen. Jeder von uns, oder sagen wir mal fast jeder, war doch sicherlich schon mal in der Türkei, richtig? Und die, die es nicht waren, sagen sich jetzt, in diesem Moment „Pah, niemals fahre ich da hin. Was will man da, außer in seinem Hotel hängen und gefälschte Handtaschen kaufen?“ Ja, ich verstehe euch. Aber bitte lest trotzdem weiter, ihr werdet überrascht sein, dass es sich doch lohnt. Als Kind und als ganz junge Erwachsende;-) war ich oft dort. Auch mit Philipp habe ich 2 mal das Land bereist. Die Türkei ist, in erster Linie, ein beliebtes Urlaubsziel, für Pauschal-Reisende, für Eltern mit ihren Kindern, für Omas und Opas, für Paare, die ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbringen wollen, für beste Freunde und einfach für die, die von März bis November eine Schön-Wetter-Garantie haben und sich von Früh bis Spät verwöhnen lassen wollen, mit allem Komfort, den ein All-Inklusive Hotel bietet. Es gibt sowohl Urlaub für den kleinen als auch für den großen Geldbeutel.

Wie läuft das eigentlich so ab?

Die Fakten sind Folgende: Man landet in Antalya, wird von einem Mitarbeiter, seines Reiseveranstalters, am Flughafen, empfangen, zu seinem Bus geleitet und hat, je nach Ort, eine Fahrt zwischen 30 Minuten und 3 Stunden vor sich, auf der, ein meist sehr gut deutsch sprechender Türke, die Urlauber belustigt und die ersten Informationen, über Land und Leute präsentiert. Er macht das nicht ein mal, nicht zwei mal, nicht drei mal, nein, er macht das wahrscheinlich 10 mal am Tag, mit einer immer gleich bleibenden, freundlichen Herzlichkeit. Okay, nervt trotzdem etwas, wenn man gerade mal wieder das letzte Hotel, der Route, erwischt und am längsten im Bus sitzen muss aber man hat es sich ja so ausgesucht (Es ist übrigens möglich, für einen Aufpreis, einen Privat-Transfer zu buchen). Im Hotel angekommen, geht der Check-in meist sehr schnell über die Bühne. Danach bezieht man sein Zimmer, freut sich über die Handtuch-Schwäne, auf dem Bett, reißt den Vorhang auf, um den Ausblick zu checken und ist entsetzt, dass man dieses mal keinen direkten sondern nur seitlichen Meerblick hat. Da ist sie, die Problematik, dass wir  vergleichen. Und schon verspürt man einen gewissen Unmut und erzählt am Ende nicht von den schönen Erlebnissen, sondern von diesen unwichtigen Dingen. Und mal ehrlich, möchte das jemand hören? Und ist es das, an was wir uns erinnern wollen? Nein!!! Wir wollen uns trotzdem wohl fühlen, wollen dieses mal was anders machen und die eventuell „schlechteren“ Gegebenheiten gar nicht so negativ wahr nehmen. Wir kommen zwar trotzdem abends in’s gemachte Nest und in die bereits bekannte Umgebung, die wir mittlerweile schon unser zweites Zu Hause nennen aber wir erleben das Land dieses mal anders. Es ist auch gar nicht so schwer dem Trott mal zu entfliehen…

Es geht nicht um Parasailing oder eine Bootstour. Nein, es ist viel einfacher und sehr viel individueller.

Natürlich kann man unzählige Bootstouren buchen oder einen Tagesausflug, zum sonst wo hin machen, in einer großen, geführten Gruppe. Pauschal eben wieder. Aber wie wäre es, zur Abwechslung, statt einer geführten Jeep Safari, mal mit einer eigenen? Was spricht dagegen? Nichts. Doch, wir mal wieder. Denn wir haben Angst. Man könnte sich verfahren, das Wasser geht einem aus, der Tank ist leer oder man gerät in die Klauen eines Massenmörders;-) Ja klar kann das passieren. Aber mal ehrlich. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Bei Letzterem, Gott sei Dank, verschwindend gering. Was passieren kann ist, dass wir uns tatsächlich mal verfahren. Na und? Dann fragen wir eben jemanden nach dem Weg, schauen auf die Landkarte oder fragen Google Maps. Supermärkte oder kleine Tankstellen gibt es auch überall. Es ist nicht immer der leichteste aber definitiv der abenteuerlichere Weg, sich selber in’s Auto zu setzen und los zu fahren. Wir waren damals mitten im Taurusgebirge und zwar schon so weit oben, dass es richtig kalt war. Aber wir wurden belohnt, von einer einzigartigen Kulisse und irgendwie konnte diese Natur mit allem mithalten, was wir bisher gesehen haben. Und so schön Pamukkale oder der Manavgat Waterfall auch sein mögen, finden wir es einfach noch schöner, unabhängig und individuell das Land kennen zu lernen. Und trotzdem kann man am Abend, in sein Hotel fahren. In der Türkei haben wir das tatsächlich auch immer so gemacht. Wir hatten immer ein schönes Hotel, zum Beispiel das Barut Hemera Resort & Spa oder das Paradise Side Beach Hotel. Aber wir haben uns auch immer, auf eigene Faust, Land und Leute angesehen und haben somit viel, viel mehr kennen gelernt, als auf einer der vielen, geführten Touren. Außerdem konnten wir immer abenteuerliche Geschichten erzählen, die wir so niemals erlebt hätten und die man sonst nur von Reisen, in ferne Länder, kennt.

Mama, Entschuldige, dass ich das jetzt schreibe;-)

Wir sind zum Beispiel mal, zusammen mit meinen Eltern, durch das Taurusgebirge gefahren. Wir hatten 2 Jeeps, genügend Essen und Trinken und waren voller Vorfreude weil mein Papa erzählte, dass er mal in einer Höhle war, die er uns unbedingt zeigen wollte. Tolle Idee. Nur mussten wir Stunden durch’s Gebirge fahren, um immer wieder zu hören „Ich bin ganz sicher! Da hinten muss es sein.“ Na sagen wir mal so, er mag Recht gehabt haben, dass wir ganz in der Nähe waren aber die Problematik war, dass die Berechnung der Tankfüllung, zum tatsächlichen Verbrauch, leider so gar nicht passte. Wir wollten an dem Abend die Autos noch abgeben und haben sie deshalb nicht mehr voll getankt weil wir davon ausgingen, dass wir den Tank nicht mehr leer fahren und wir waren zu geizig, am Ende, einen halben Tank zu verschenken. Na oder sagen wir mal so, meine Mama meinte „Es wäre doch schade, wenn wir umsonst den Tank voll machen.“ Ja, Mama hat ja immer Recht. Fast immer. Aber an diesem Tag hat die Berechnung, wie gesagt, nicht gepasst und wir steckten mitten drin, im Gebirge. Das Ende vom Lied war, dass wir viel von der Höhle gehört haben aber umdrehen mussten weil niemand wusste, ob das Ziel tatsächlich in der Nähe war. Jeder der einen Abenteurer, wie mein Papa es ist, kennt, kann sich jetzt vorstellen, auf welchem Level seine Laune war, wollte er uns doch unbedingt diesen tollen Ort zeigen, der unberührt aussah. Meine Mama muss sich das heute noch anhören und es ist bereits 5 Jahre her. Übrigens auch das letzte mal, dass wir in der Türkei waren. Aber was man sagen muss, wir haben auf dem ganzen Weg eine wunderschöne Bergwelt bestaunen können. Berge und Bergseen. Sehr idyllisch. Es war wirklich ein Abenteuer und man war in einer anderen Welt. Schaut euch die Fotos an und wundert euch, was die Türkei für wunderschöne Orte bereit hält. Leider kann ich kaum einen beim Namen nennen, da wir ohne Plan einfach drauf los gefahren sind. Versucht das doch auch einfach mal, wenn ihr dort seid und schaut wo ihr ankommt. Mietet euch, für ein paar Tage, einen Jeep und ich versichere euch, wenn ihr ohne Ziel los fahrt, seht ihr Plätze, die ihr niemals entdeckt hättet und welche die ihr niemals entdeckt;-). Es müssen wirklich nicht immer die Sehenswürdigkeiten sein, aus den unzähligen Reiseführern, die einem den Anreiz geben, ein Land zu bereisen. Das ist meine ganz persönliche Meinung und Erfahrung und mir ist es wichtig zu sagen, dass Jeder sich beim Reisen wohlfühlen muss und Jeder diese Zeit anders verbringen möchte aber vielleicht bekommt ihr durch meinen Beitrag und den Fotos Lust, es doch mal zu versuchen:-) Dann wird auch der eintönigste Pauschal-Urlaub zu einem waschechten Abenteuer. Denn am Ende zählt doch nur, dass man glücklich ist, wenn man Sand zwischen den Zehen hat…

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